Landshut, 16. Juni 2004
Offener Brief!
Sehr geehrter Herr ...,
Sie kandidieren für das Amt des Landshuter
Oberbürgermeisters. Wir vom GaU e.V. verfolgen den Wahlkampf mit großem
Interesse, denn die anstehende Wahl wird in jedem Fall eine personelle
Veränderung und damit einen politischen Neubeginn für die Stadt Landshut
bringen.
Als Oberbürgermeister fallen Ihnen bemerkenswerte
Kompetenzen und Gestaltungsmöglichkeiten zu. Sie könnten dann auch in der Umweltpolitik
neue Akzente setzen. Was uns in diesem Bereich besonders beunruhigt, ist die
Errichtung des Atommüllagers in Niederaichbach. Konzeptionelle Mängel
einerseits und zunehmender, internationaler Terrorismus andererseits bedeuten
nach unserer Überzeugung ein unverantwortliches Risiko für Landshut und die
ganze Region. Durch die Baugenehmigung und die jüngst erfolgte Anordnung des
Sofortvollzugs, sowie durch die am 14. Juni begonnenen Baumaßnahmen ist das
Problem weiter verschärft worden.
Auch wenn Landshut nicht für die Errichtung dieses
Atommüllagers zuständig ist, so macht es doch einen erheblichen Unterschied,
wie Sie sich als Oberbürgermeister der Hauptstadt von Niederbayern verhalten
werden. Sie könnten beispielsweise den Kampf gegen das Atommüllager aktib
unterstützen. Denn noch ist die endgültige Entscheidung nicht gefallen, das
Atommüllager könnte z.B. auf dem Rechtsweg scheitern. Hier unterstützt der GaU
e.V. die einzige Landshuter Klage gegen die atomrechtliche Genehmigung des
sogenannten „Zwischenlagers“. Aber auch eine politische Neubesinnung könnte das
Atommüllager aufhalten, wenn Wähler und Mandatsträger gemeinsam den nötigen
Druck entfalten.
Daher bitten wir Sie (ebenso wie alle anderen
Kandidaten) um Ihre Stellungnahme (siehe beiliegende Fragen) zum Atommüllager
in Ohu, verbunden mit dem Hinweis, daß wir diese Stellungnahme in unseren
Veröffentlichungen zitieren werden.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Quartier, 1. Vorsitzender
Helfen Sie jetzt! Schnell und wirkungsvoll
gegen das Atommüllager in Ohu:
Sonder-Konto: 105
110 6332 Oberbank AG BLZ 701 207 00
Fragen an die
OB-Kandidaten:
1.
Wie stehen Sie zu dem „Atomkonsens“ der
Bundesregierung und insbesondere zum Bau des Atommüllagers in Ohu?
2.
Wie stellen Sie sich eine moderne,
zukunftsweisende Energieversorgung für die Stadt Landshut vor, und welche Rolle
sollte E.ON dabei spielen?
3.
Welche Initiativen oder Stadtratsanträge
haben Sie in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Energieversorgung der
Stadt Landshut und ihrer Bürger eingebracht?
4.
Sind Sie bereit, politisch gegen das Atommüllager
zu kämpfen, werden Sie beispielsweise aktiv den Dialog suchen mit den Verantwortlichen
im Bund, aber auch in Bayern und Europa?
5.
Sind Sie bereit, unsere Klage finanziell zu
unterstützen?