Unser Fragenkatalog
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Dr. Thomas Keyßner
Antworten zu den Fragen des GaU e.V.
1. Atomenergie ist für mich unverantwortlich wegen der ungelösten (unlösbaren?!) Atommüllfrage und dem GAU-Restrisiko. Ich bin daher - und war es immer - für den baldestmöglichen Ausstieg.
1.1 Der Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hätte ich mir eine kürzere Ausstiegsfrist Aber dennoch: Es war richtig, diese Chance wahrzunehmen, ein hochkontroverse Thema (Wackersdorf) im gesellschaftlichen Konsens zu lösen. Um so unverständlicher, dass die CDU\CSU den Konsens hintertreibt. Sie ist offenbar die letzte der früheren Atomeinstiegsparteien, die aus Harrisburg und Tschernobyl nichts gelernt hat.
1.2 Das Atommülllager erhöht die Gefahr für die Landshuter Bevölkerung. Besonders ärgerlich ist, dass das Lager größer genehmigt wurde, als es im Rahmen des Atomkonsens erforderlich ist und mit geringerem Sicherheitsstandard als andernorts. Das grundsätzliche Konzept der dezentralen Zwischenlagerung ist eine von mehreren schlechten Alternativen. Mittragen kann ich es nur, solange der Atomkonsens besteht.
2. Die Zukunft liegt in der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Dies bedeutet: (neben der Wasserkraft) Sonnenkraft, Geothermie, Biomasse und bessere Energieausnutzung durch Kraft-Wärme-Koppelung. Die Stadt kann hier einiges vom Landkreis (Furth, Schalkham) lernen. Wir sollten uns nicht in die Abhängigkeit von E.ON oder einem anderen Großkonzern begeben. Die Stadtwerke bedeuten ein Stück Unabhängigkeit der städtischen Energieversorgung. Diese müssen wir uns sichern.
3.
Das Energiesparprojekt an den Schulen „fifty-fifty” geht auf einen grünen Antrag zurück. Andere Initiativen meiner Fraktion waren leider nicht so erfolgreich: die Idee, das Klinikum durch ein Blockheizkraftwerk wirtschaftlich mit Energie zu versorgen, fand ebenso keine Mehrheit wie der Vorschlag einer Nahwärmeversorung des Geländes der ehemaligen Schochkaserne. Bei Bebauungsplänen achtet meine Fraktion auf die Südausrichtung der Häuser, um der Solarenergie eine Chance zu geben. Vor einigen Jahren haben wir das Solarbürgerbegehren unterstützt- zunächst gegen die Stadratsmehrheit. Parteiübergreifende Resolutionen gegen die aktuellen
Zwischenlagerpläne sind im Stadtrat leider stets dem parteipolitischen Gezänk
zum Opfer gefallen.
4. Im Rahmen der beschränkten Möglichkeit (fehlende Zuständigkeit) werde ich mich weiter entsprechend einsetzen, selbstverständlich im Dialog mit den anderen Ebenen.
Das Wort eines OB hat dabei naturgemäß mehr Gewicht als das eines Stadtrats oder einer Fraktion.
5. Meine Frau und
ich tun dies bereits mit unseren Beiträgen zum GaU, dessen Gründungsmitglieder
wir sind.