Für den Samstag, 29. April hatte u.a. der Bund Naturschutz zu einer zentralen Anti-Atom Kundgebung aus Anlaß des 20. Jahrestages von Tschernobyl nach München eingeladen. Einige Mitglieder des GaU e.V. beteiligten sich daran mit dem Slogan Übers Zwischenlager ins Endlager, der so harmlos klingen könnte wie Heimatkunde fürs Kernkraftpersonal, wären da nicht die Grabsteine hinter "Endlager":
Aber auch andere Gruppierungen nahmen das Zwischenlager aufs Korn: "Keine Atommülldeponie in Ohu" heißt es etwa auf dem Bild oben, das einige Landshuter Teilnehmer vor der Abfahrt am Bahnhof zeigt. Mehrere Redner in München übten scharfe Kritik an den Zwischenlagern, einerseits weil diese Lager an sich eine große Gefahr darstellen (jeder einzelne Castor enthält weit mehr Radioaktivität als durch Tschernobyl freigesetzt wurde). Anderserseits, weil die überdimensionierten Lager genau den Freiraum schaffen, den die Kernkraftbetreiber für längere Laufzeiten benötigen.
Und genau da setzt die zentrale Forderung an: Umgehender Ausstieg aus der veralteten Hochrisikotechnologie Atomkraft, und eine entschiedene Absage an verlängerte Laufzeiten. Denn Tschernobyl kann sich an jedem der weltweit 443 in Betrieb befindlichen Reaktoren jederzeit wiederholen, auch in Deutschland. Unter keinem Atomunfall würde die deutsche Bevölkerung schlimmer zu leiden haben als unter dem Super-Gau im eigenen Land. Daher müssen "unsere" Kernkraftwerke so schnell wie möglich abgeschaltet werden.
Hier drei Landshuter GaU-Frauen vor einem "Kernkraftwerk", das nach Abschluß der Kundgebung symbolisch stillgelegt wurde:
Das schlechte Wetter ließ unseren ursprünglichen Plan, parallel zur Münchner Kundgebung auch einen Infostand des GaU e.V. in der Landshuter Fußgängerzone aufzustellen, buchstäblich ins Wasser fallen. Wir werden diesen Infostand aber in einigen Wochen nachholen.