Kürzlich besuchte eine Gruppe interessierter Bürger auf
Einladung des GaU e.V. das erst Anfang Oktober eingeweihte Biomasse-Heizkraftwerk
des Bezirkskrankenhauses Mainkofen. Herr Johann Hartl von der Regierung, Herr
Geier vom technischen Dienst des BKH und Dipl. Ing Kajetan Höbler, technischer
Vertriebsleiter, erklärten anschaulich das Prinzip „Sonnenenergie aus
Biomasse“.
Was ist in dieser Definition mit Sonnenenergie gemeint? Ein Stoff,
der aufgesammelte Sonnenenergie zeitlich versetzt wieder frei geben kann, ist
Holz! Holz ist nichts anderes als von der Sonne erzeugter Wasserstoff, der an
Kohlenstoff gebunden wird und so einen optimalen Sonnenenergieträger darstellt.
Holz ist der derzeit beste Energieträger für lagerfähige Sonnenenergie. Seit
kurzem wird der große Energiebedarf des Klinikums von mehr als 20 Millionen KWh
pro Jahr durch diesen zukunftsorientierten Energieträger gedeckt. Diese 20
Millionen KWh entsprechen übrigens 2 Mio. Heizöl im Wert von mehr als 500000
Euro, damit könnte man mehr als 800 Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizen.
Die neue Anlage hat aber noch höhere Ziele als nur Wärme aus Sonnenenergieträgern
zu liefern. Ziel war es, Strom zu erzeugen und die dabei unvermeidlich
entstehende Wärme unmittelbar zur Beheizung des BKHs und der Versorgung mit ca.
90000 Litern Warmwasser zu verwenden. Nachdem die Theorie in einer sehr
anschaulichen Präsentation verdeutlicht wurde, folgte eine Besichtigung des
Gebäudes, angefangen mit der Zufuhr von Hackschnitzeln. Jeden Tag wird die
Ladung eines LKWs benötigt, die Hackschnitzel werden in eine sehr große Betonwanne
gekippt. Das Holz stammt ausschließlich aus der Region, dadurch werden
Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen. Ein intelligenter Kran holt sich
von hier das Holz und mischt es in einem Silo. Das wertvolle Hackgut wird
mittels Kratzböden in den Feuerungsraum geschoben und verbrennt dort möglichst
rückstandslos, mit äußerst geringen Schadstoffemissionen, in den verschiedenen
computergesteuerten Zonen. Im nächsten Schritt wird ein spezielles Thermoöl auf
300 Grad erhitzt und damit eine organische Flüssigkeit zum Verdampfen gebracht.
Dieser Dampf erzeugt zum größten Teil elektrischen Strom, der Rest wird zur
Gebäudeheizung verwendet.
Nach einem ca. einstündigen Rundgang, der die Besuchergruppe
über mehrere Leitern und Stege bis in die oberen Regionen des Kraftwerks führte
und bei über 40 Grad Celsius ganz schön ins Schwitzen brachte, erwartete die
Gäste noch eine leckere Brotzeit. An diese Stelle möchte sich der GaU e.V. bei
den obengenannten Herren ganz herzlich für die interessante Führung und
freundliche Bewirtung bedanken.